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Das Rote Wien

„Verlacht uns nur, verhöhnt uns nur, das werden wir bestehen,

wir kamen nicht zu ernten her, wir kamen um zu sähen.“

 

Mit der Ausrufung der Ersten Republik am 12. November 1918 und der Erklärung Wiens zum eigenen Bundesland (ab 1921) sollten alle Hoffnungen und Träume nach einem lebenswerten Leben für die Masse der Menschen, die für den Reichtum der Wenigen tagein, tagaus schufteten und litten, oft schwer krank waren und früh starben, endlich in Erfüllung gehen.

Die sozialdemokratische Bewegung war immer und über lange Strecken der Geschichte die entscheidende Kraft zur Entfaltung der Demokratie, zur Erringung und zum Erhalt der Freiheitsrechte. Immer an der Spitze für eine moderne, gerechte und solidarische Politik für den Menschen. Sie hat immer danach getrachtet, den Menschen ein lebenswertes Leben in Selbstbestimmung, persönlicher und wirtschaftlicher Freiheit zu erkämpfen! Genau das war es, was eine Vielzahl an radikalen Reformerinnen und Reformern in der Sozialdemokratie antrieb. Das war die Voraussetzung, ein revolutionäres Gesellschafts-und Menschenbild nicht nur zu erträumen, sondern endlich auch umzusetzen.

 

Mit dem Roten Wien wurde eine neue Welt kreiert: Politik für die Masse der Menschen, sozialer Wohnbau, Kinderbetreuung, umfassende Hygienemaßnahmen, Mütterberatung, ein umfassendes Angebot an medizinischer Versorgung, Kinderzahnklinken, die Revolutionierung des Schulunterrichts, die Reform des Steuerwesens, die Einrichtung von Bibliotheken, Waschküchen in den Wohnbauten mit den ersten Maschinen zur Unterstützung, die Stärkung der Gewerkschaften in ihrem Einflussbereich und vieles, vieles mehr …

Das alles sowie eine Weiterentwicklung in Richtung Demokratisierung der Wirtschaft wollten und konnten die alten herrschenden Klassen, besitzende Bürgerinnen und Bürger, Aristokratinnen und Aristokraten, Angehörige der Offizierskaste und Industrie nicht dulden.

 

So kam es, vor allem nach dem Ausscheiden der Sozialdemokratie aus der Regierung, zu immer härteren Angriffen, zur Aufstellung schwerbewaffneter privater Kampfverbände, zu tätlichen Übergriffen auf Einrichtungen der ArbeiterInnenbewegung und zum schrittweisen massiven Abbau von Sozial-und Arbeitsrechten. Am Ende steht die Ausschaltung des Parlaments durch die christlich-soziale Partei und der letzte Versuch der ArbeiterInnen, Demokratie und Verfassung mit der Waffe zu verteidigen. Mit der Niederlage der ArbeiterInnenbewegung endete die großartige Idee der demokratischen Republik und des leuchtenden Beispiels für eine solidarische Gesellschaft, das Rote Wien.

 

Ziel der Exkursion ist es einerseits, die Entstehung des Roten Wiens und seiner weltweit mit hoher Anerkennung bedachten Leistungen zu „verstehen und erfahren“, sowie andererseits, die GegnerInnen und schlussendlich ZerstörerInnen einer bis dahin hoffnungsreichen Zukunft zu betrachten.

 

Wir stellen uns auch der Frage, was wir aus dieser Geschichte in die Gegenwart mitnehmen können und inwieweit Mechanismen und grundsätzliche Zugänge verschiedener Gesellschaftsgruppen und deren Interessen in Bezug auf die Gesellschaftsordnung noch Wirkung entfalten.

 

Referent:

Franz Koskarti,

Fraktionsvorsitzender FSG-WGKK

Stundeneinzelbeschreibung:

 
 
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Wochentag
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Das Rote Wien 
Kursnummer:19-SERotesWie-001
KursleiterInKoskarti, Franz,
Preis:kostenfrei
 
Termine:
Freitag 22.02.2019   18:00 -  21:00  Bildungszentrum
n.A.
Samstag 23.02.2019   09:00 -  13:30  Extern
Anmeldung
Wenn nicht anders beschrieben: alle Preise inkl. Badeintritt und gesetzl. MwSt